Kybernetisch geprägte psychologische Medizin

Interaktive geprägte Analysen und Interventionen sind somit “positive Störungen” oder Spiegelung sich selbst regulierender psycho-somatischer Prozesse.

In sprachgeprägten Therapien lässt man es nach positiver Irritation oder Verstörung [Schlippe, A.v., Schweitzer J, 2012; Maturana, H.R., Varela,F. ] deshalb “fließen”. Man lässt Verhalten, Handlungen, Assoziationen, Einfälle und Phantasien eines Patienten zu, man “geht mit”. So findet man dessen stabile Strukturen („Ich“ bzw. „Selbst“), um welche es uns in einer kybernetisch geprägten Behandlung geht.

Grundsätzlich kann man somit feststellen: Je mehr ein Mensch und damit ein Patient mit sich stimmig wird, desto erfolgreicher agiert er. Es gelingt ihm sicher mehr, als ein von Modulen, Techniken, Strategien oder Inhalten bestimmter Mensch, der viel weiß, aber emotional nicht spürt, wer er selbst ist, d.h. wo seine Grenzen, seine Fähigkeiten und seine Bedürfnisse liegen.

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Literatur:

  • Burrer, E.W.: Die Kybernetik in der „Psycho-Somatik“ ; Einführungsreferat anlässlich des 71. Psychotherapie-Seminars Freudenstadt (2012)
  • Burrer E.W.: Vorlesungen an der West-Universität Arad (2008-10) Foerster, H.v.: Sicht und Einsicht: Versuche zu einer operativen Erkenntnistheorie (1985, Neuauflage Heidelberg 1999)
  • Foerster, H.v., Pörksen, B.: Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners. Gespräche für Skeptiker, Heidelberg 1998 (2008)
  • Freud, S.: Zur Dynamik der Übertragung. In: Behandlungstechnische Schriften. Frankfurt a.M.: Fischer (2000, 3. Aufl.).
  • Haken, H.,Schiepek G.: Synergetik in der Psychologie (2005)
  • Iacoboni, M. : Woher wir wissen, was andere denken und  fühlen: Spiegelneuronen (2011)
  • Jaspers, K.: Existenzphilosophie (2010)
  • Jung, C.G.: Der Mensch und seine Symbole (1913 und 1968)
  • Kaufmann, M.  & Mangold R.: Zirkuläres Denken und Handeln (2009)
  • Kandel, E.: Psychiatrie, Psychoanalyse und die neue Biologie des Geistes (2008) Kilian, H.: Hinter uns steht nur der Herrgott – ein Chirurg erinnert sich (1963)
  • Luhmann, N.: Soziale Systeme. Grundriss einer allgemeinen Theorie, Frankfurt am Main 1984, neue Auflage (2001)
  • Maturana, H.R.,Varela,F.: Der Baum der Erkenntnis: Wurzeln d. menschl. Erkennens Scherz, Bern – München (1990)
  • Miller, L.K.:  Principles of Everyday Behavior Analysis. Pacific Grove: Brooks/Cole Publishing (1997)
  • Mentzos, S.: Neurotische Konfliktverarbeitung; Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre unter Berücksichtigung neuerer Perspektiven (Geist und Psyche. Bd. 42239), Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt a.M.(1992)
  • Popper, K.: Alles Leben ist Problemlösen (1984)
  • Roth, W.: C.G. Jung verstehen. Grundlagen der Analytischen Psychologie. Patmos, Düsseldorf (2009)
  • Schlippe, A.v., Schweitzer J.: Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung (2012)
  • Schiepek, G.: Die Grundlagen der Systemischen Therapie, Vandenhoeck & Ruprecht (1999)
  • Weizsäcker, V.v: Gesammelte Schriften (1986–2005)
  • Weizsäcker, V.v.:  Warum wird man krank? Ein Lesebuch (2008)
  • Zaboura, N.: Das empathische Gehirn. Spiegelneuronen als Grundlage menschlicher Kommunikation (2008)