Psyche und Schlaf

 „Wie wird die nächste Nacht werden?!  oder „Wie soll ich den nächsten Tag schaffen, wenn ich nicht geschlafen habe?“ Diese Fragen stellen sich über 30 % der erwachsenen Bevölkerung, die unter regelmäßigen Schlafstörungen leiden. Schlafmangel ist ein großes Problem für die Betroffenen. Die unruhigen Nächte beeinflussen den Tag und können zu Leistungsabfall, Depressionen oder sogar zu müdigkeitsbedingten Unfällen führen. Die Schlafbeschwerden selbst sind sehr vielfältig: Nicht einschlafen können, häufiges Kurzerwachen, langes nächtliches Wachliegen, unruhiger, flacher Schlaf, lautes unregelmäßiges Schnarchen, Bewegungsunruhe meist im Bereich der Beine, Früherwachen am Morgen, Gedankenkreisen mit Problemgrübeln oder Planungsgedanken. Dazu kommen dann noch Ärger und Verzweiflung über den gestörten Schlaf.

 

Schlaf und Gehirn

In den letzten Jahrzehnten haben Wissenschaftler entdeckt, dass beim Schlafen unser Gehirn auf eine ganz besondere Weise aktiv ist. Unser Gehirn mit seinen ca. 100 Milliarden Nervenzellen sendet rund um die Uhr Impulse aus, produziert Wirkstoffe, verschlüsselt und speichert Daten. Das Gehirn profitiert am meisten von einem guten Schlaf. Dies wird daran deutlich, dass das Leistungsvermögen unseres Gehirns kontinuierlich abnimmt, wenn wir über längere Zeit zu wenig schlafen. Erste Anzeichen dafür sind, dass wir uns nur schwer konzentrieren können, es uns an Aufmerksamkeit mangelt und es uns schwer fällt, koordinierte Bewegungen wie etwa das Autofahren auszuführen. Wir werden gereizt und leiden unter einer fast schon qualvollen Müdigkeit.

 

Die wichtigsten Schlafstörungen

Insgesamt werden 84 Schlafstörungen unterschieden (American Sleep Disorders Association). Die wichtigsten sind: Schnarchen und Schlafapnoe, ruhelose Beine sowie Schlafstörungen bei Depressionen und psychiatrischen Erkrankungen.
 

Schnarchen und Schlafapnoe

10 – 30 % der Erwachsenen schnarchen im Schlaf. In den meisten Fällen ist das nicht gefährlich. Atempausen während des Schlafes sind jedoch Hinweis auf ein Schlafapnoesyndrom, an dem alleine in Deutschland bis zu 3 Millionen Menschen leiden. Häufigste Form ist die sogenannte „obstruktive Schlafapnoe“. Weil die Rachenmuskeln zu stark erschlaffen und keine Luft mehr durchlassen, kommt es während des Schlafes immer wieder zu Atempausen. Bis zu 2 Min. dauern diese Atemaussetzer, bevor der Schläfer mit einem oft explosionsartigen Schnarchgeräusch nach Luft ringt und weiteratmet. In schweren Fällen können sich diese Atempausen Nacht für Nacht hunderte Male wiederholen. Kein Wunder, dass die so um ihren Tiefschlaf gebrachten Patienten tagsüber wie gerädert sind und nicht selten bei jeder Gelegenheit einnicken. Am häufigsten tritt die Schlafapnoe im Alter zwischen 30 und 60 Jahren auf. Entscheidende Hinweise auf ein Schlafapnoesyndrom liefert bereits das Gespräch mit dem Patienten. Erhärtet sich dabei der Verdacht auf eine Schlafapnoe, ist der nächste Schritt eine Schlaflaboruntersuchung. Dabei verbringen die Patienten mindestens eine komplett „verkabelte“ Nacht: Elektroden messen EKG und Blutdruck, registrieren die Gehirnströme, überwachen Augen und Beinbewegungen und zeichnen jedes Schnarchgeräusch und jede Atempause genauestens auf.

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