Fragen und Erkenntnisse aus der Psychoimmunologieforschung

Erhält die Theorie von Engel und Schmale (1969) durch die heutige Psychoimmunologieforschung eine neue Grundlage?

Erstveröffentlicht in der Zeitschrift Psychodynamische Psychotherapie 2009; 8: S. 99-106, Schattauer Verlag.

Schlüsselwörter: Konversion, Psychosomatosen, Psychosomatische Erkrankungen, Psychoimmunologie, Neuropeptide, Substanz P
Key words: Conversion, Psychosomatic disorders, Psychoimmunology, Neuropeptides, Substance P

Zusammenfassung / Summary:

Nach Engel und Schmale kann jedes Organsystem, unabhängig davon, ob eine willkürliche oder autonome Innervation vorliegt, zum Ausdruck unbewusst-seelischer Inhalte verwandt werden. Entscheidend ist vielmehr, inwieweit das Organsystem oder die Körperpartie lebensgeschichtlich unter dem Objekt-Beziehungsaspekt bedeutsam war und hierdurch für die Übernahme einer seelischen Repräsentanz geeignet ist. Als Komplikation kann sich – bei Vorliegen somatischer Faktoren – am Ort der Konversion eine Organläsion ausbilden. So ist für psychische Parameter die Krankheitslokalisation von größerer Bedeutung als die Krankheitsentität. In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, inwieweit die heutige Psychoimmunologieforschung insbesondere durch die Entdeckung der Bedeutung der Substanz P diese Theorie unterstützen kann.

According to Engel und Schmale every organ system, regardless of an arbitrary or autonomous innervation, can be used to represent unconscious emotional contents. The decisive factor is rather the extent to which the organ system or bodypart was important in the personal history for the adoption of a mental representation according to the object-relationship-aspect. As a complication may be – in the presence of a physical factor – a somatic disease may occur at the localisation of conversion. Thus, for psychic parameters the localisation of the disease could be of greater importance than the illness entity. This article deals with the question, to which extent today´s psycho-immunological research can support this theory, particularly after the discovery of the importance of substance P.

Vorwort:

Der Beitrag ist das ausgearbeitete Manuskript eines Vortrages, der am 15.11.1996 auf der 45. Arbeitstagung des DKPM in Düsseldorf sowie am 7.2.1997 auf der 5. Jahrestagung des Arbeitskreises Psychosomatische Dermatologie (APD) in Gießen gehalten wurde; er entstand aus der Abt. für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin der Universität Freiburg i.Br. Da ich mich kurz danach mich niederließ, kam es neben dem Abstract nicht mehr zu einer Veröffentlichung. Auf der DKPM-Tagung 2008 wurde mir bewusst, wie aktuell – trotz der verstrichenen 10 Jahre – diese Arbeit weiterhin ist, weshalb ich sehr froh bin, dass sie nun, ergänzt mit neueren Literaturhinweisen, in seiner ganzen Länge den Weg in die gedruckte Form fand.

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